«Was die Stadt Wil kann, können wir Gossauer auch»

Gossau. Buechenwald oder Rosenau? Im Zusammenhang mit dem Gemeindesportanlagenkonzept Gesak wird bisher nur über die bisherigen Sportanlagen in den Gebieten Buechenwald und Rosenau diskutiert. SVP-Stadtparlamentarier Benno Koller möchte, dass auch die Idee eines zentralen Sportzentrums im Raum Moosburg geprüft wird.

HERBERT BOSSHART

Benno Koller schlägt die «Moosburg» für neues Sportzentrum vor.Benno Koller schlägt die «Moosburg» für neues Sportzentrum vor.

«Wir müssen bei der Planung der zukünftigen Sportanlagen für die Stadt Gossau unbedingt visionärer als bisher denken!» Benno Koller, seit 2001 Mitglied des Gossauer Stadtparlaments, will erreichen, dass in der aktuellen Diskussion um die Gemeindesportstättenplanung auch das «Beispiel der Stadt Wil» berücksichtigt wird. Die Stadt Wil baut zurzeit für rund 57 Millionen Franken im Bergholz ein neues Sportzentrum. «Es ist falsch, wenn wir eine Gesamtlösung für unsere künftigen Sportanlagen an einem neuen, zentralen Ort von vornherein ausschliessen.»

Verzicht auf Antrag
Koller hat sein Anliegen als Mitglied der Vorberatenden Kommission VBK zum «Masterplan Gesak» in die Beratung eingebracht. «Ich hatte damit in der VBK aber keine Chance.» Der SVP-Politiker liess es sich aber nicht nehmen, an der letzten Parlamentssitzung nochmals auf die Idee hinzuweisen. Als Fraktionssprecher erklärte er, dass es «dieSVP begrüssen würde, wenn der Stadtrat auch den Standort Moosburg prüfen würde.» Auch hier wurde er nicht gehört. Doch Koller will nicht aufgeben, verzichtet aber bewusst auf einen parlamentarischen Vorstoss. «Damit würde ich den Prozess unnötig verzögern. Ich wünschte mir vielmehr, dass bei der Erarbeitung des Gesak-Masterplanes meine Idee freiwillig und ernsthaft geprüft wird.»

Zentrale Sportanlage
«Eine Zusammenfassung der wichtigsten Gossauer Sportanlagen an einem neuen Ort bietet eine ganze Reihe von Vorteilen», ist Koller überzeugt. Auf der «grünen Wiese» im Gebiet Moosburg im Niederdorf sei genügend Platz. Dort liesse sich der Bedarf an neuen Sportanlagen in Form einer kombinierten Sportanlage mit einem Hallenbad mit angegliedertem Freibad, einer Mehrfachhalle sowie den notwendigen Fussballplätzen mit einer Tribüne und genügend zentralen Garderoben sowie allenfalls sogar einer 400-m-Rundbahn «in einem grossen Wurf» befriedigen. «Die Gesamtkosten für eine solche neue Anlage sind nicht höher als die Summe der Einzelkosten für die im Gesak vorgesehenen Sanierungen, Ausbauten und Neubauten», ist Koller überzeugt. «Im Gegenteil: Durch die Zusammenlegung der Infrastruktur könnte sogar Geld gespart werden.» Ein Beispiel für eine solche kombinierte Anlage ist die Güttingersreute in Weinfelden.

Viele Vorteile
Die Vorteile einer Grossanlage liegen für Benno Koller auf der Hand. «Wenn wir unsere Sportanlagen in der Moosburg konzentrieren, wird in der Rosenau und im Gebiet Buechenwald guter attraktiver Boden an zentralster Lage für andere Nutzungen, zum Beispiel Wohnen im Zentrum, frei. Aus dem Verkaufserlös des Bodens könnte ein Teil der neuen Anlage finanziert werden.» Die Verlegung der Sportanlagen an den Siedlungsrand eröffne der Stadtentwicklung zudem «neue Chancen», ist Koller überzeugt.

Stadtbus-Rundkurs
Vorteile sieht SVP-Parlamentarier Benno Koller auch bezüglich des Verkehrs. «Zuerst einmal würde zusätzlicher Individualverkehr in den Gebieten Rosenau und Buechenwald verhindert. Zudem könnten wir im Zusammenhang mit der Sportanlage Moosburg auch endlich die Verbindung Flawilerstrasse–Wilerstrasse verwirklichen. Schliesslich könnte das Niederdorf, die Moosburg und das neue Gewerbegebiet Sommerau sowie die Wohngebiete Bachwisen und Tipper-Tie mit einem Stadtbus-Rundkurs mit öffentlichem Verkehr sinnvoll erschlossen werden.»

Quelle: GoZ